Anna Baar wurde 1973 in Zagreb im damaligen Jugoslawien als Tochter einer dalmatinischen Mutter und eines österreichischen Vaters geboren. Die ersten vier Lebensjahre verbrachte sie mit ihren Eltern im internationalen Studentenheim Haus Döbling in Wien, die Sommer bei den Großeltern mütterlicherseits auf der dalmatinischen Insel Brač. 

 

Im Spätherbst 1977 übersiedelte die Familie nach Klagenfurt, die Heimatstadt des Vaters, wo Anna Baar ihre Schulzeit verbrachte. Nach der Matura am Musikzweig des Stiftsgymnasiums Viktring kehrte sie 1991 nach Wien zurück, wo sie ein Medizinstudium begann, das sie nach drei Semestern abbrach, um es mit Publizistik, Theaterwissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit zu versuchen. 1999 schloss sie ihr Studium ab und promovierte 2008.

Zu ihrem literarischen Weg sagt Anna Baar: "Seit zwanzig Jahren habe ich mehr oder weniger vom Schreiben gelebt, also von Auftragsarbeiten, aber es war mir undenkbar, das, was ich mein eigenes Schreiben nenne, also das in den letzten fünfundzwanzig Jahren in irgendeiner Besessenheit, Not und Heimlichkeit Entstandene, ans Licht zu bringen oder auch nur zu bewahren. Dann, im November 2012, ich hatte gerade in einem Klagenfurter Stadtrandkino den James Bond Film Skyfall gesehen und wartete an der nahegelegenen Haltestelle auf den Bus Richtung Innenstadt, sah ich im Leuchtreklamekasten des Wartehäuschens ein Plakat, auf dem die Klagenfurter Stadtwerke dem Gewinner eines Lyrikwettbewerbs 3000 Euro Preisgeld in Aussicht stellten. Da ich für die Operation meiner Hündin Geld brauchte und die Einsendefrist am nächsten Tag endete, schrieb ich noch am selben Abend drei Gedichte. Nach der Verleihung des Kärntner Lyrikpreises lernte ich den Dichter, Übersetzer und Literaturwissenschaftler Fabjan Hafner kennen. Er war es, der mich zur ersten Veröffentlichung eines Prosatextes anstiftete. Zwei Jahre später ging daraus mein erster Roman hervor."

Der 2015 im Wallstein Verlag erschienene Debütroman "Die Farbe des Granatapfels" - ein Auszug aus dem Manuskript kam 2015 bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur auf die Shortlist für den Ingeborg-Bachmann-Preis - stand drei Monate auf Platz 1 der ORF-Bestenliste. Für den zweiten Roman "Als ob sie träumend gingen" (Wallstein), erhielt Anna Baar den Theodor-Körner-Preis.

Seit 2012 sind zahlreiche Erzählungen, Kurzgeschichten und Prosaminiaturen in Zeitschriften und Anthologien erschienen.Texte und Textauszüge wurden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Italienisch, Kroatisch, Slowenisch, Spanisch, Französisch, Türkisch, Polnisch und Farsi.

Anna Baar lebt als freie Schriftstellerin in Klagenfurt und Wien.


Foto: Johannes Puch